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Metaphern

Im Deutschunterricht haben wir uns nach den Sommerferien mit Metaphern beschäftigt. Wir haben dieses sprachliche Ausdrucksmittel untersucht, haben Metaphern mit "normalen" Wörtern erklärt und haben selber neue Metaphern für Alltagsgegenstände kreiert . Als Abschluss haben wir damit Metapherngeschichten geschrieben. Hier ein Textbeispiel zu einer selbsterfundenen Metapher zum Begriff BAUM mit Illustration.


Der König der Natur

Es gab einmal vor langer, langer Zeit ein kleines Königreich, das tief im dichten Wald stand. Speziell an diesem Ort war, dass alle Menschen mit einem besonderen Baum sprechen konnten, den eine liebe Fee verzaubert hatte. Die Menschen verehrten ihn als König, weil er der prachtvollste Baum war, den sie je gesehen hatten. Doch mit der Zeit bauten die Menschen eigene Königreiche ausserhalb des Waldes. Und so geriet der König der Natur in Vergessenheit.

Viele Jahre später verirrte sich ein kleiner Junge im Wald. Er weinte und weinte. Erschöpft setzte er sich auf die Wurzel des alten prachtvollen Königsbaumes.

Als er da so sass und vor sich hin schluchzte, sprach plötzlich eine Stimme hinter ihm und fragte: „Was ist los mein Junge?“ Der Junge erschrak und wunderte sich, wo die Stimme her käme. Der Baum beruhigte ihn und sagte, er müsse keine Angst haben. Der Junge wischte seine Tränen aus dem Gesicht und erzählte dem König der Natur: „Meine Mutter ist totkrank. Ich suche eine Heilpflanze, die sie wieder gesund macht, aber ich habe mich verirrt.“

Der alte Baum, der fast kahl war, sagte: „Mein lieber Junge, du bist genau richtig. Nimm dir das letzte Blatt von mir und mache deiner Mutter einen Tee damit. Sie wird wieder gesund werden, sobald sie den Tee getrunken hat. Der Junge pflückte das letzte Blatt, umarmte zum Abschied den Baum und verschwand.

Es vergingen ein paar Tage und der Junge kam zurück. Er rannte auf den Königsbaum zu, der stumm und leblos wirkte.
Der Junge sprach: „Mein lieber Baum ich danke dir. Meiner Mutter geht es wieder gut, sie ist kerngesund.“ Der Junge war ganz aufgeregt und merkte erst nach einer Weile, dass der Königsbaum noch kein Wort geredet hatte. Der Junge starrte auf auf den alten Stamm und die kahlen Äste und verstand plötzlich, was los war: Der Königsbaum hatte ihm sein letztes Blatt gegeben und damit auch das letzte Teil, dass ihn noch am Leben gehalten hatte.

Zum Glück erinnerte sich der Junge daran, dass er noch ein bisschen von dem heilenden Tee bei sich trug und leerte den letzten Schluck über die Wurzeln des Baumes. Plötzlich erholte sich der Baum; seine Blätter fingen wieder an zu spriessen und um ihn herum wuchsen noch weitere prachtvolle Bäume.

Der Junge verabschiedete sich und versprach den Bäumen, dass er dafür sorgen würde, dass die Menschen in Zukunft jeden Baum wieder so behandeln werden, wie er es verdient hätte - als wäre er der König der Natur. (Geschichte von Carlotta - Zeichnung von Aron)