Schulhaus Letzi im Winter
Schulhaus Letzi im Sommer

 

Schule Letzi
Espenhofweg 60
8047 Zürich

+41 44 413 03 03
Kontakt Schulleitung

Ein Tag Politik wie die Grossen

Wir waren vor etwas mehr als einer Woche im Rathaus der Stadt Zürich. Dort hatten wir eine Sitzung bei welcher wir 4 verschiedene Postulate besprochen haben, wie richtige Politiker. Wir wurden vor der Sitzung mit Hilfe einer Umfrage einer Fraktion zugeteilt. Ich kam zu den „Grünen“ und fühlte mich dort sehr wohl. Als wir dann am Dienstag, dem 19. Juni ins Rathaus kamen, waren alle schon sehr nervös. Denn nicht nur wir Jugendlichen waren im Saal, sondern auch ein Fernsehteam und ein paar Zeitungsjournalisten waren während der ganzen Session anwesend. Vor der eigentlichen Sitzung traf man andere SchülerInnen aus verschiedenen Schulhäusern, die der gleichen Partei zugeteilt worden waren. Wir fassten alle Themen, die auf der Aktualitäts-Liste standen, nochmals zusammet und besprachen, wer welchen Teil während der Sitzung übernehmen würde. Zu je einem Thema mussten 3 Personen etwas sagen. Jemand musste das Thema (Postulat) erklären, ein anderer musste debattieren und die dritte Person musste noch die Abschlussmeinung dazu erläutern. Nach dem Vorbereiten der Postulate ging es dann in den Saal.

Wie die echten Politiker bekam jeder von uns einen Sitz zugeteilt. Am Anfang erklärte uns der Ratspräsident die Regeln, so dass die Ratssitzung auch reibungslos ablaufen konnte. Die Stimmung war enorm angespannt. Natürlich hatten alle Angst etwas Falsches zu sagen. Schliesslich sassen wir alle zum ersten Mal im Rathaus und hatten vorher noch nie so nahe mit Politik zu tun. Der Anfang war etwas harzig. Wir hatten Mühe, rein zu kommen. Vor unseren Köpfen standen Mikrophone, die nicht bei jedem sofort funktioniert haben. Das erste Postulat war schnell abgeschlossen und war demzufolge auch nicht all zu spannend, fand ich. Aber als wir dann zum Thema „Racial Profiling“ gelangen, änderte sich die ganze Stimmung im Saal. „Racial Profiling“ ist ein Begriff, der Polizisten beschreibt, die Menschen aufgrund ihres Äusseren anders behandeln und beurteilen. Während der laufenden Sitzung zu diesem Postulat waren die Jugendlichen viel offener und es meldeten sich deutlich mehr Schüler als beim letzten Thema. Es gab grosse Meinungsunterschiede und man sah plötzlich, was einige unter ihnen über Mitmenschen mit Migrationshintergrund wirklich denken. Viele von der SP oder auch von den Grünen konfrontierten die SVP mit Fragen, nicht nur nette, z.B. wie jemand, der selber Migrationshintergrund hat, für „Racial Profiling“ sein kann. So entstand eine gewisse Spannung zwischen den verschiedenen Parteien. Es kam auch mal vor, dass ein Statement eines Jugendlichen beklatscht wurde. Deshalb musste der Ratspräsident darauf aufmerksam machen, dass man im Saal nicht applaudieren solle. Aber auch danach gab es noch einige Momente, bei denen die Jugendlichen applaudiert haben.

Zwischendurch gab es eine Pause und man hatte Zeit, sich miteinander auszutauschen. Man diskutierte mit Mitgliedern aus der eigenen Partei oder ärgerte sich auch mal über den einen oder anderen aus einer anderen Partei.

Nach der zweiten Hälfte der Sitzung verliessen wir das Rathaus. Die Meinungen in meiner Klasse waren gespalten, aber die meisten waren positiv von der Sitzung überrascht. Wir alle hatten es uns anders vorgestellt. Ich fand es spannend, mal wie die echten Politiker zu debattieren. Bei ein paar Schülern würde es mich nicht wundern, wenn sie tatsächlich mal in die Politik einsteigen würden. (Carlotta)